Mini-Übung: Grenzen wahrnehmen + einhalten
Grenzen im Kopf und Grenzen im Körper sind gar nicht so unterschiedlich.
Doch manchmal ist es einfacher, beim Körper anzufangen.
Nimm dir fünf Minuten Zeit – nur für dich
- du brauchst einen Sessel oder Hocker – ohne Armlehne
- Handy zur Seite legen und lautlos oder Flugmodus
- finde einen ruhigen Ort

1. Ankommen
- Achte darauf, dass du relativ weit vorne sitzt – fast an der Kante des Sessels und dein Rücken relativ gerade ist und die Füße gut in Kontakt mit dem Boden sind.
- Check-In: Nimm wahr, was gerade bei dir los ist. Vielleicht fällt dir ein Wort für dein momentanes Befinden ein. Merk es dir.
2. Kopf
- Dreh deinen Kopf sehr langsam nach links – und retour zur Mitte. Augen offen oder geschlossen – probier gern beides aus.
- Mache ein paar Wiederholungen – nur nach links und retour.
- Ganz langsam. Es darf ruhig eine halbe Minute dauern, bis dein Kopf wieder nach vorne gerichtet ist.
- Wo ist die natürliche Grenze dieser Bewegung? Beobachte, ob du bereits vor diesem Bewegungs-Endpunkt Anzeichen wahrnehmen kannst, dass es schwieriger wird.
Geh nicht bis zur Grenze, sondern retourniere die Bewegung vorher schon. - Mach ein kurze Pause und wiederhole das Gleiche auf der rechten Seite.
3. Nachspüren
- Wie fühlst du dich jetzt.
- Fällt dir das Wort vom Anfang wieder ein? Vergleiche mit dem Jetztzustand.
- Hast du die Grenze der Bewegung bemerkt? Hast du Anzeichen gespürt, wann es schwieriger wurde?
Viele von uns haben gelernt, uns anzupassen. Und uns an anderen zu orientieren. An deren Grenzen. Und sich dann selbst vorgeworfen, zu versagen. „Warum bekomm´ ich nicht hin, was „jede:r“ hinbekommt“.
Du bist nicht jede:r. Du bist besonders und einzigartig. Und wundervoll. Das weiß ich, ohne dich zu kennen.
Um mitzuhalten bist du täglich über deine Grenzen gegangen. Viel Anerkennung hast du dafür nicht bekommen. Es wird Zeit, uns an unseren eigenen Grenzen zu orientieren und uns selbst die Anerkennung zu geben, die wir verdienen.
Du kannst unglaulich stolz auf dich sein. Darauf, dass du nicht aufgegeben hast. Das ist allein deine Leistung.
